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Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz
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Krankenhaus St. Johannes

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Die Geburt

Welche Methoden werden zur Geburtserleichterung und Schmerzlinderung angewandt?

Seelisch und körperlich gut vorbereitete Frauen werden im Allgemeinen die Geburt leichter erleben, denn Angst und Anspannung tragen erheblich zum Schmerzempfinden bei. Durch eine gute Geburtsvorbereitung gelingt es, in sehr vielen Fällen ohne schmerzerleichternde Medikamente auszukommen. Das führt, zusammen mit der einfühlenden Geburtsleitung durch Hebamme und Arzt und mit der Unterstützung von Vertrauenspersonen zu deutlich kürzeren Geburtszeiten, zu selteneren und geringeren Anwendungen von Schmerzmitteln, zu weniger operativen Entbindungen und zu weniger Problemen im Wochenbett.

Ein uraltes Mittel ist das Entspannungsbad. Nicht selten ist trotz nachlassenden Wehenschmerzes ein rascher Geburtsfortschritt zu beobachten. Das wird auch bei der Wassergeburt angestrebt. In vielen Fällen stellen auch Akupunktur und Homöopathie wirksame und nebenwirkungsarme Schmerzerleichterung dar. Darüber hinaus bieten wir Ihnen auch die Bachblütentherapie und die Reflexzonentherapie am Fuß an. Wird eine medikamentöse Schmerzerleichterung erforderlich, reichen häufig spannungslösende Zäpfchen aus.

Die wirksamste Methode der Schmerzausschaltung unter der Geburt ist die Periduralanästhesie (PDA). Sie betäubt die schmerzleitenden Nerven des Unterleibs. Da die Medikamente nur in geringen Konzentrationen verabreicht werden, bleibt das Kind unbeeinflusst. Die PDA kann so lange und in der Stärke fortgeführt werden, wie sie für Sie nötig ist. Während des „Schmerzvortrages“ im Rahmen unserer Geburtsvorbereitung informieren wir Sie ausführlich über den Umgang mit Schmerzen bei der Geburt. Die Termine erfahren Sie direkt beim Kreißsaalteam unter 03578/ 786-220.

Selbst ein Kaiserschnitt kann meist unter PDA oder der ähnlichen Spinalanästhesie durchgeführt werden, so dass Sie die Geburt wach, aber schmerzfrei miterleben können. Mögliche Risiken oder Nebenwirkungen wird der Narkosearzt in jedem Fall individuell mit Ihnen besprechen.

Kann der Vater bei der Geburt dabei sein?

Die Mitarbeit des Vaters während der Geburt halten wir für eine wesentliche Unterstützung der Frau. Ihr Partner kann Ihnen während der Geburt hilfreich zur Seite stehen, Sie an die richtige Atmung erinnern, Ihnen etwas zu trinken geben, Ihnen den Rücken halten oder massieren und Ihnen somit die Geburt erleichtern. Gerne zeigen wir ihm auch gleich das Baden und das Anziehen der Neugeborenen.

Wenn der Kaiserschnitt unter örtlicher Schmerzausschaltung durchgeführt wird, kann der Partner auch bei der Operation anwesend sein. Vor allem bei der Periduralanästhesie können die werdenden Eltern auch dann noch die Geburt gemeinsam erleben. Im Falle einer Vollnarkose darf der Vater stattdessen bei der Versorgung des Neugeborenen dabei sein.

 

Ist immer eine Ärztin/ein Arzt im Kreißsaal?

Ja. Unsere Ärzte sind im Tag- und Nachtdienst speziell für die Geburtshilfe eingeteilt und fast immer direkt im Kreißsaal oder auf der geburtshilflichen Station anwesend. Ein Oberarzt ist Tag und Nacht zu erreichen. Bei unauffälliger Geburt führen Hebammen und Frauenärzte die Erstversorgung des Neugeborenen durch.  

Kann ich bei Ihnen mein Kind auch ambulant zur Welt bringen?

Die ambulante Entbindung ist eine gute Alternative zur Hausgeburt mit der medizinischen Sicherheit einer Klinikentbindung. Auf Wunsch entlassen wir Mutter und Kind ohne erhöhte Risiken vier bis sechs Stunden nach der Geburt direkt aus dem Kreißsaal nach Hause. In dieser Zeit besteht ausreichend Möglichkeit, Mutter und Kind zu beobachten.

Bitte vereinbaren Sie zu Hause sofort einen Termin bei Ihrer Hebamme und beim Kinderarzt. Eventuelle Schwierigkeiten mit einer Dammnaht, Stillprobleme oder erste Anlaufschwierigkeiten mit dem Neugeborenen, die auf unserer Familienstation unter Mithilfe unserer Kinderkrankenschwestern und Hebammen leichter aufgefangen werden können, können auch zu Hause mit der richtigen Unterstützung bewältigt werden. Gerade wenn Sie eine ambulante Geburt wünschen, sollten Sie vertraute Personen bitten, Sie zu Hause zu unterstützen.

Muss die Geburt immer liegend erfolgen?

Nein, außer wenn triftige Gründe gegen eine andere Position sprechen. Viele Untersuchungen bestätigen den günstigen Einfluss von Bewegungsfreiheit und einer aufrechten Gebärhaltung auf den Geburtsverlauf. Daher bieten wir die Entbindung auf Gebärstuhl, Gebärhocker, im Entbindungsbett, im Romarad oder in Knie-Ellbogen-Lage an. Die Vorteile einer vertikalen Geburtsposition sind:

  • eine bessere Wirkung der Schwerkraft,
  • mehr Beweglichkeit des Beckens und der Lendenwirbelsäule,
  • eine bessere Funktion des Beckenbodens,
  • eine bessere Sensomotorik (Einklang von Empfindung und Bewegung),
  • die Erweiterung des Geburtskanales und erhöhte Wirkkraft der Wehen,
  • mehr Eigenaktivität,
  • eine bessere Kraft der Bauchpresse,
  • eine bessere Atmung,
  • geringeres Unbehagen und Schmerzempfinden.

 

 

Welche Vorzüge bietet eine Wassergeburt?

Die Wassergeburt ist eine immer häufiger gewünschte Form der natürlichen Geburt. Seit Jahren steht in den Kreißsälen im Malteser Krankenhaus eine spezielle Geburtswanne zur Verfügung. Schon seit langem wird die entspannende und krampflösende Wirkung von Vollbädern in der Eröffnungsphase ausgenutzt.

In der Spezialwanne ist es möglich, verschiedene Körperhaltungen einzunehmen (sitzend, kniend, halb liegend, liegend). Im Wasser werden Gewebe und Muskulatur elastischer, der Druck auf die Beckenknochen wird vermindert. Dies erleichtert den Durchtritt des Kindes durch den Geburtskanal. Dadurch können Schmerzen in den verschiedenen Geburtsphasen vermindert werden.

Die Angst, dass das Neugeborene sich durch erste Atemzüge im Wasser verschluckt, ist unbegründet. Seine Lunge ist flüssigkeitsgefüllt, Atembewegungen im Wasser lassen die Lunge nicht entfalten. Erst nach dem Abnabeln wird die kindliche Atmung lebensnotwendig.

 

 

 

Wird bei jeder vaginalen Geburt ein Dammschnitt durchgeführt?

Nein, nur wenn medizinische Gründe dazu zwingen. Sonst werden wir auf den Dammschnitt verzichten. Kleinere Risse können ohne weiteres in Kauf genommen und meist sehr gut versorgt werden.

 

 

 

Führt eine Steißlage (Beckenendlage) auf jeden Fall zum Kaiserschnitt?

Hat sich Ihr Baby bis etwa zur 36. Schwangerschaftswoche nicht in die normale Geburtsposition gedreht, muss man davon ausgehen, dass die Geburt aus der Beckenendlage erfolgen wird. Vor der Geburt werden gründliche Ultraschalluntersuchungen zur Abschätzung der kindlichen Maße durchgeführt. Sofern diese Maße eine komplikationslose Entbindung erwarten lassen und keine weiteren Risiken vorliegen, ist eine Entbindung auf normalem Wege möglich. Im Einzelfall werden aber auch wir den Kaiserschnitt empfehlen. Die Entscheidung, wie Sie Ihr Kind zur Welt bringen möchten, sollte nach eingehender Untersuchung und Beratung durch unsere Ärzte von Ihnen selbst getroffen werden. Sollten Sie sich für eine Kaiserschnittentbindung entscheiden, so wird diese etwa eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin angesetzt.