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Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz
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Behutsame und schrittweise Wiederaufnahme der Regelversorgung

27.04.2020

Das Malteser Krankenhaus in Kamenz zieht nach sieben Wochen Coronakrise eine positive Bilanz und öffnet sich langsam wieder der Regelversorgung von Patienten. Während das St. Johannes weiterhin 30 Betten auf einer Corona-Isolationsstation für COVID-19-Patienten freihält, sind die Betten auf den anderen Stationen fast vollständig gefüllt.

 „In den letzten Wochen haben wir sehr früh Vorkehrungen getroffen, um eine Vielzahl von Covid-19-Patienten behandeln zu können und dabei gleichzeitig das Risiko einer Infektionen für andere Patienten und unsere Mitarbeiter weitestmöglich zu minimieren“, sagt der Geschäftsführer der Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH Sven Heise. Damit verbunden war auch die von der Landesregierung vorgegebene Verschiebung aller elektiven nicht zeitkritischen Eingriffe und Untersuchungen. „Die Entwicklung der Fallzahlen Covid-19-Erkrankter aus der Sicht des Kamenzer Krankenhauses zeigt uns jetzt, dass die getroffenen gesamtgesellschaftlichen Maßnahmen greifen“, erklärt Sven Heise und weiter, „nach gründlicher Prüfung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine behutsame und schrittweise Wiederaufnahme unseres Leistungsangebotes vertretbar ist. Die Verordnung des sächsischen Staatsministeriums ist für uns bindend, wir müssen uns aber auf einen längere Dauer der Corona Pandemie einstellen und dies in die Abwägung der medizinischen Vertretbarkeit einer Verschiebung von Behandlungen einbeziehen.“ Das St. Johannes Krankenhaus orientiert sich dabei an den Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft, die den Häusern eine vorsichtige, schrittweise Wiederaufnahme der Regelversorgung empfiehlt.

Neben COVID-19 Patienten wurden im St. Johannes während der letzten Wochen weiterhin parallel alle Patienten, die dringende medizinische Hilfe benötigten, behandelt und operiert, z.B. Krebstherapien, lebensgefährliche Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmung, Eingriffe und Wundversorgungen bei Entzündungen mit Gefahr einer Blutvergiftung sowie Schmerzbehandlungen, die nicht verschoben werden können. Jedoch wurde die Behandlung ambulanter Patienten, bspw. die Durchführung endoskopischer Eingriffe der gastroenterologischen Abteilung, wie Gastroskopien und Koloskopien, stark eingeschränkt. „Herzschrittmacherkontrollen wurden nur bei Patienten gemacht, wo eine Batterieerschöpfung im Raum stand. Jährliche Schrittmacher-Routinekontrollen wurden nicht durchgeführt“, erklärt der Chefarzt der Inneren Medizin Dr. med. Dipl.-Psych. Rüdiger Soukup. „Die Hausärzte haben von sich aus weniger Patienten geschickt“ und „in der Notfallambulanz haben sich weniger Patienten mit nicht vital bedrohlichen Erkrankungen vorgestellt“, fügt der Internist und Notfallmediziner Dr. Soukup hinzu.

„Die akute Versorgung von COVID-19-Patienten hat für uns weiterhin oberste Priorität. Wir möchten jedoch die Patienten nicht vergessen, deren Behandlung nicht zeitkritisch ist, die aber unter einem gewissen Leidensdruck stehen, mitunter schon längere Zeit auf einen operativen Eingriff warten oder die sich diagnostische Gewissheit wünschen“, bewertet der Geschäftsführer die aktuelle  Situation. Deshalb werden auch in der Chirurgie große Teile des Regelprogramms wieder aufgenommen. „Unter Berücksichtigung der aktuellen Infektionssituation werden wir schrittweise Wiederaufnahme des Regelprogramms in der Chirurgischen Klinik gestalten“, erklärt Dr. med. Johannes Kormann. Der Chefarzt der Chirurgischen Klinik hat mittlerweile alle Patienten, die aufgrund der Einschränkungen in den letzten Wochen nicht elektiv aufgenommen konnten, kontaktiert und neue Termin vereinbart. „Wir ermessen, wie die aktuelle Situation vor Ort ist. Beispielweise können Patienten mit Gallenblasensteinen oder Leistenhernien durch die niedergelassenen Ärzte wieder regulär vorgestellt werden und werden nach kritischer Betrachtung der aktuellen Auslastung zeitnah im Krankenhaus Kamenz operiert.“

„Wir sind in der Lage, die anstehenden Eingriffe derzeit ohne Beeinträchtigung der benötigten COVID19 Kapazität durchzuführen. Die höchste Priorität dabei ist eine größtmögliche Flexibilität, um auf eine eventuell wieder steigende Anzahl von Covid19-Patienten reagieren zu können. Die Arbeit auf der Isolations- und den Normalstationen läuft parallel und unter hoher hygienischer Sorgfalt. Es besteht weiterhin ein Besuchsverbot und eine Maskenpflicht im gesamten Krankenhaus für alle ambulanten Patienten sowie notwendige Begleitpersonen in MVZ-Sprechstunden, Endoskopie und für Besuche beim D-Arzt“, fasst der Geschäftsführer noch einmal zusammen.